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BALLUNGSRÄUME
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13.09.18 03:01
bruddl-supp.de 

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BALLUNGSRÄUME

Wer von Lohnzahlung abhängig ist, findet Arbeitgeber, Wohnungen und Vergnügungsstätten am ehesten in einer Großstadt. Nach einer Begriffsbestimmung der Internationalen Statistikkonferenz sind das alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Seit 2016 gibt es in Deutschland 80 Großstädte, vier davon sind Millionenstädte, weitere elf haben rund eine halbe Million Einwohner oder mehr.

In einem Verdichtungsraum, also einem aus mehreren, wechselseitig verflochtenen Gemeinden bestehende Konzentrationgebiet von Siedlungen, der eine Bevölkerungsdichte von mehr als 1.000 Einwohnern pro Quadratkilometer aufweist, leben wohl die meisten Menschen unseres Staates.

Solche Ballungsräume gibt es z. B. in der Metropolregion Rhein-Ruhr mit fast 6 Millionen Einwohnern, in Berlin-Brandenburg mit nahezu 5 Millionen, aber auch rund um Stuttgart mit zweieinhalb Millionen Bewohnern. Insgesamt wohnen in unseren 16 Bundesländern ca. 37 Millionen Menschen in Ballungsräumen.

Wer keinen eigenen Wohnraum besitzt, ist auf eine Mietwohnung angewiesen und lebt in der Großstadt zumeist in einem größeren Gebäude mit mehreren Nachbarn zusammen unter einem Dach. Diese Nachbarn wählt dein Vermieter für dich aus, du hast keinen Einfluss darauf, wer neben oder über dir lebt. Da sind Konflikte grundsätzlich vorprogrammiert.

Du arbeitest täglich irgendwo 8 Stunden und und sollst dich dann zu Hause zwischen deinen lärmenden und stinkenden Mitbewohnern erholen, um am nächsten Tag wieder fit bei deinem Arbeitgeber anzutreten.

Wer sich permanent ärgert oder immer wieder Wut verspürt, hat die gleichen körperlichen Symptome wie bei Arbeitsstress. Der Körper schüttet Adrenalin aus, die Herzfrequenz steigt und der Blutdruck erhöht sich. Das führt auf Dauer zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. In der Großstadt gibt es die meisten Krankenhäuser und die schnellsten Rettungsfahrzeuge. Einer deiner vielen Nachbarn sorgt in der Regel dafür, dass deine Rettung rechtzeitig in die Wege geleitet wird. Dass beruhigt doch kolossal.

Stell dir vor, du lebst mietfrei im eignen Häuschen in einem 100-Seelen-Dorf auf dem Land und deinen nächsten Hausnachbarn hast du seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Wer will dich da finden, wenn dir was passiert? Wo kommt der nächste Krankenwagen her? Gibt es ein Hospital mit entsprechender Intensivstation im Umkreis von 50 Kilometern?

Also, sei froh, dass du im Ballungsraum wohnen darfst und all zwei Jahre eine Mieterhöhung erhältst. Das ist nun mal der Preis für ein privilegiertes Versorgungssystem.

Außerdem findest du in Ballungsräumen jede Mengen an Kirchen, Museen, Theatern, Kinos, Kneipen, Tanzböden und viele weitere Stätten, wo man abhängen, sich vergnügen und einen Lebensabschnittspartner kennenlernen mag. Sowas kannst du in der Pampa vergessen.

In der Großstadt gibt es letztendlich auch die meisten Bestattungsunternehmer und Friedhöfe. Folglich brauchst du dir als dortiger Bürger bis zu deinem Ableben eigentlich keine größeren Sorgen zu machen.

Ganz zum Schluss noch ein paar Tipps gegen die lärmenden Mitbewohner: eine Großpackung Ohropax Classic kostet etwa 5 und eine Kiste Oettinger 7 Euro. Zum Biergenuss könntest du dir geselligkeitshalber wohl auch ein paar deiner Nachbarn einladen.

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