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DRUCKWELLEN, Teil 3
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13.10.18 16:44
bruddl-supp.de 

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DRUCKWELLEN, Teil 3

Fast ein Jahr lang lebte ich nun in meinem Häuschen. Im Winter wurde es ganz schön kalt. Ich traute mir nicht, ein Feuer im Kamin zu machen. Der Rauch hätte mich verraten können. Deshalb war ich meist in einen Bundeswehrschlafsack und ein paar Wolldecken gehüllt. Auf einem Camping-Gaskocher machte ich mir Kaffeewasser und Glühwein heiß.

Ich fuhr mit meinen Autos durch die Gegend und suchte nach weiteren Überlebenden. Es konnte doch nicht sein, dass ich der einzig Verbliebene auf dieser Welt sein sollte. In den angrenzenden Orten sah es genauso aus wie in meiner Heimatstadt. Ich hatte keine Lust, noch weiter weg zu fahren.

Dann bekam ich eine Idee. Im Zentrum meiner Stadt stand irgendein Denkmal mit einer größeren schwarzen Marmorfläche. Dort schrieb ich mit Kreide folgenden Satz auf: „Überlebende? Bitte hier Nachricht.“ Darunter schrieb ich das Datum, das ich jedesmal ändern wollte, wenn ich hier vorbei kam.

Eines Tages hatte jemand was dazu geschrieben. „Müssen hier uns treffen!“ Dabei stand das Datum vom übernächsten Tag und eine Uhrzeit.

Ich drehte fast durch vor Erwartung. Was jetzt, wenn es sich um eine Frau handeln würde? Wir könnten eine neue Dynastie gründen! Ich bereitete das Treffen sorgfältig vor. Am Abend vorher versteckte ich mich in einem Bürohaus in der Nähe, von dem aus ich Einsicht auf den Platz hatte, wo das Denkmal stand. Natürlich hatte ich ein Fernglas und eine Pistole dabei, die ich im Haus eines Polizisten gefunden hatte.

Die Verabredungs-Uhrzeit rückte näher. Ein Fahrrad bog ums Eck. Und auf dem Rad saß eine weibliche Person, die ich irgendwoher kannte. Die Frau stellte das Fahrrad ans Denkmal und sah sich neugierig um. Ich schlich mich von hinten an, trat dann auf sie zu und lachte fröhlich: „Guten Morgen, Frau Doktor Weber.“ Aus ihrem Blick war Enttäuschung zu entnehmen. Man spürte förmlich, was sie dachte: „Kein Mensch mehr weit und breit. Und ausgerechnet dieser arbeitslose Penner aus der Vorstadt ist übrig geblieben.“

„Sie waren doch einer meiner Verletzten,“ sagte sie freundlich. „Ihren Namen weiß ich leider nicht mehr.“ „Ich bin Adam,“ schmunzelte ich, „ich hoffe, sie heißen mit Vornamen Eva, Frau Dr. Weber.“ Jetzt musste sie auch lachen. „Wir sollten uns zurückziehen, wir sind hier auf dem Präsentierteller,“ sagte ich nun. „Haben Sie ein Fahrzeug dabei? Dann folgen Sie mir zu meinem Versteck,“ erwiderte meine Eva und schwang sich auf den Fahrradsattel.

Langsam folgte ich ihr in einem meiner Autos durch Innenstadtstraßen bis zu einem Industriegebiet.
Dort bog sie in ein Werksgelände ein und hielt am Tor einer Fabrikhalle. Sie stellte das Fahrrad neben das Tor und winkte mir, ihr zu folgen. Ich stieg aus dem Pkw und trat mit ihr zusammen durch die Tür. Dr. Weber schloss ab, zog den Schlüssel aus dem Schloss und steckte ihn in die Hosentasche. „Komm mit!“ sagte sie barsch. Wir traten nun in einen Vorraum und danach in eine riesige Werkshalle.

Dort standen im Hintergrund etwa zehn dieser seltsamen Schwebefahrzeuge, die ich beim Leichentransport gesehen hatte. Davor saßen ein paar dieser silber gekleideten Helmträger um einen runden Tisch und drehten ihre Visiere in unsere Richtung.

Fragend sah ich meine Eva an. „Die Menschheit hat sich selbst zu Grunde gerichtet,“ begann die Weber zu dozieren. „Sie hat es nicht mehr verdient, diese Erde zu bewohnen, da sie mit den hiesigen Gegebenheiten offenbar nicht zurecht kommen will. Es gibt irgendwelche seltsamen Wesen, die hier mit Raumschiffen gelandet sind. Sie werden alle Bewohner vernichten und nur wenige übrig lassen, die dann eine neue Population gründen sollen.“ „Das trifft sich gut,“ sagte ich, „ich habe schon immer die Grünen gewählt!“ „Ob du überlebst, entscheiden die Wesen. Sie ernähren sich von allem, was warmes Blut in den Adern hat. Eine bestimmte Blutgruppe – und das ist meine, AB negativ - meiden sie aber wie die Pest, weil sie da Ausschläge und Blähungen davon bekommen. Deshalb machen sie vorher immer einen Test.“

„Wie kannst du dich mit ihnen verständigen?“ frage ich nun genervt. Ich habe `null positiv´ und bin deshalb bestimmt bald Futter der Silbernen. „Ein paar von ihnen können auf einem Art außerirdischem Computerprogramm Sprachen der Erde übernehmen und übersetzen.“

„Dann bringe ihnen mal folgende Worte bei, Frau Doktor. Menschen der Blutgruppe AB negativ können nur Babies austragen, wenn ihr Blut bei der Zeugung mit der Blutgruppe 0 positiv gemischt wird.“ Ich zwinkerte ihr lüstern zu.

Die Frau Dr. Weber war offensichtlich anderer Meinung. Ich weiß nicht, was sie übersetzte, aber kurz darauf wurde ich von den Silbernen in ihre nebenan liegende Küche geschleift.

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