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DIE NYMPHE IM SEE
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27.06.18 10:06
bruddl-supp.de 

Moderator

DIE NYMPHE IM SEE

Ich sitz auf einem dicken Stein
und starre in den See hinein,
die Nymphe sitz am Grund und lacht,
weil sie gern ihre Späßchen macht

mit uns, den Menschen hier im Land,
das ist hier allen längst bekannt.
Heut trifft wohl mich ihr Fluch und Bann,
mich quält sie, einen alten Mann.

Die Nymphe gleitet an den Rand,
warum bin ich nicht weggerannt?
Die blanke Brust am Ufer blitzt,
ihr Fischschwanz Wassermassen spritzt.

Ich triefe und ich bin betrübt,
weil ich mich hab sofort verliebt,
doch, als sie mich ins Wasser zieht,
bin ich es, der voll Graus sie flieht.

Jedoch sie lässt nicht von mir ab
und zieht mich auf den Grund hinab.
„Oh Nymphe, was hast du davon?
Lass ab jetzt, ich versprech dir schon,

ich schicke meinen Enkel her,
denn der gefällt dir sicher mehr,
er ist noch jung, schön von Gestalt
und nicht wie ich so greis und kalt!“

„Opa, schickst du den Jüngling nicht,“
die Nymphe schneidend zu mir spricht,
„werd ich dich finden überall,
dein Leben endet in dem Fall!“

Verzweifelt schlepp ich mich nach Haus
und richte meinem Enkel aus,
zum See an meiner Stell zu geh´n,
die hübsche Nymphe anzuseh´n.

„Das Wesen ist so wundervoll,
du wirst dich auch verlieben wohl,
doch Enkelchen, um was ich bitt,
nimm dir eine Harpune mit!“

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