Wenn Sie uns unterstützen möchten verwenden Sie für Ihren nächsten Einkauf bei Amazon diesen Link.

Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
BEIM DIENST-SPORT
#1
„Hallo, Klaus, willsch au zom Dienst-Sport? No koi Sportlehrer da?“


„Dr Arno wird scho dren am Tresa hocka. Komm, mr geh´n mal nei.“


Klaus und ich schnappen unsere Sport-Taschen und betreten die Vereins-Gaststätte des PSV.
Arno sitzt tatsächlich an der Theke und zischt ein Weizen.


„Sam, Klaus.“ er nickt uns zu. „Heut isch irgend a interns Fußballturnier bei dr Kripo. Ka sei, dass da net viel kommat. Trenkat halt au daweilsch a Weiza. Zur Not schwitza mr´s nachher wieder naus.“


Ich nicke Dimitrios hinter der Theke zu. „Dimi, a Kristall bitte.“ Klaus nimmt ein Radler.


„Sag mal, Sam, kann des sei, dass du nach am letzta Kicka a paar Socka vergessa hasch?“ fragt nun Arno. „I hab da an kleina Schuh-Karton uff dr Tresa nag´stellt. Da sen lauter Socka aus meim Kofferraum dren, die mal liege blieba sen. Frisch g´wascha nadierlich. Guckat mal nei.“


Ich öffne den Karton. Da sind mindestens 20 Paar Sportsocken in allen möglichen Farben drin. Es kommen mir allerdings keine bekannt vor. Ich schüttle den Kopf.


„Wenn se brauchsch, nemm se mit, i muss sonsch nausschmeißa“, sagt jetzt Arno.


„Kein Problem.“ Ich schütte die Strümpfe aus dem Karton in meine Sporttasche. Jetzt geht die Kneipentür auf. Zwei junge Damen kommen herein. Beide tragen Trainings-Anzüge. Ich kenne die zwei von der Alarm-Hundertschaft her. Wir haben schon manches Wochenende zusammen auf Demos rumgehängt.


„Doris, Maria,“ nickt ihnen Arno zu. „Wollt ihr laufen?“


„Ne, wir wollen halt unsern Dienstsport ableisten.“ Doris schaut auf die Biergläser.


„Gebt mir alle eure Sportzettel. Ich zeichne sie ab. Wer will, kann laufen. Ihr Mädels könnt euch aber auch zu uns an die Theke setzen,“ fordert Arno sie auf.


Maria bestellt gleich zwei Schorle rot sauer und setzt sich neben Klaus. Doris setzt sich zwischen Arno und mich. Wenn Arno mal loslegt, dann bleibt kein Auge trocken. Er ist ein furchtbarer Spruchbeutel. Wir kommen aus dem Lachen nicht mehr raus, und die Getränke fließen.


Dann bestellen wir uns alle ein paar griechische Spezialitäten. Jetzt wird es langsam Zeit, an eine Heimkehr zu denken. Doris fragt mich noch, ob ich mit ihr woanders hingehe. „Tut mir leid, Frau und Kinder warten auf mich.“ Ich verabschiede mich und steige in mein Auto. Beim Ausfahren vom Parkplatz sehe ich noch, dass Arno einen Arm um Doris Schulter gelegt hat und sie zu seinem dienstlichen Sportlehrer-Auto rüber dirigiert. Na ja, er wird schon wissen, was er macht.


Ich freu mich nebenher über meine billig erstandenen Sport-Socken.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste